Pessimusmus lohnt nicht.

 

Eine Einstellung begleitet mich Zeit meines Lebens: Optimismus.

Doch immer wieder erlebe ich Menschen, die von Pessimismus „durchsetzt“ sind.

 

Meist sind andere schockiert von meiner Einstellung und versuchen nicht selten mich davon abzubringen. Das werfe ich ihnen nicht vor, schließlich ist es nur allzu menschlich, seine Meinung zu vertreten und Anstrengungen zu unternehmen, Befürworter zu finden. Nicht umsonst gibt es Vereine, Clubs, Facebook-Gruppen und andere Zusammenschlüsse von Menschen mit ähnlicher Einstellung.

 

Versuch einer Herleitung (der noch durch mehr als Selbsterkenntnis untermauert werden muss)

Pessimisten begründen Ihre Haltung damit, dass sie lieber keine Hoffnungen haben, um nicht enttäuscht zu werden, falls ein Plan nicht funktioniert.

Dafür verbieten sie sich jede Vorfreude und Hoffnung – ist ja so gewollt und wird als notwendig empfunden.

Nehmen wir an, jemand bewirbt sich für eine Stelle. Sagen wir: Es dauert zwei Wochen bis zur Bekanntgabe der Zu-/Absage.

Diese Zwei Wochen verbringt ein Pessimist mehrheitlich mit dem Gedanken, welche Probleme und Gefahren aus der Absage resultieren – und natürlich wird versucht, das Maß an Enttäuschung abzuschätzen und einzugrenzen, das demjenigen aufgrund der Absage widerfahren wird.

Ein Optimist würde sich dagegen ausmalen, welche Möglichkeiten sich aus einer Zusage ergäben.

 

Zwei Wochen gehen vorüber – dann kommt der Brief ins Haus.

Ein Optimist wird den Brief freudig öffnen nachdem er gerade aus dem Freibad geschlendert kommt, er wird ihn gar aufgeregt aufreißen, freut sich bereits vor und kann es kaum erwarten, die Zusage zu sehen.

Ein Pessimist erwartet eine Absage. Darum fürchtet er diesen Moment, schiebt ihn vielleicht noch auf, kann sich aufgrund des schwebenden Damokles-Schwertes auf kaum etwas anderes konzentrieren.

 

Fall 1: Zusage.

Der Optimist wird sich bestätigt fühlen in seiner Annahme. Die Euphoriekurve steigt drastisch, denn die Zusage addiert sich zu dem Hochgefühl der Vorfreude. Nun werden  alle gemachten Pläne bald umgesetzt werden können – Yippie!.

Der Pessimist wird nur eine kleine und sehr kurze Abweichung von der Regel sehen. Einen kleinen Sprung der sonst so flachen Linie.

Denn jetzt heißt es: die nächsten Probleme warten.

Werden mich die Kollegen akzeptieren? werde ich die Arbeit schaffen? Bin ich gut genug? Wie lange werde ich diesen Job haben? Wer will ihn mir streitig machen? Gegen wen muss ich kämpfen? Wie muss ich mich verbiegen um ins Gesamtkonzept zu passen?

 

Fall 2: Absage.

Ein Optimist wird die Absage als Ausnahme von der Regel sehen. Ein kurzes Abfallen der Kurve bedeutet für ihn nicht den Weltuntergang. Das Leben geht weiter, eine andere Chance wird kommen wenn man sich nur mühe gibt und etwas dafür tut.

Ein Pessimist fühlt sich jedoch hier bestätigt. Er bekommt nun sein Hochgefühl, da er es ja „von Anfang an gesagt hat“ und weil er so clever war, sich nicht auf dämliche Phantastereien einzulassen.

 

Wer hier ein Muster entdeckt hat, dem sei gratuliert!

 

Für alle Anderen folgt die Auflösung:

 

Daraus ergibt sich zwangsläufig, dass Pessimisten nur dann glücklich sind, wenn etwas nicht klappt.

Das mag jetzt meine sehr persönliche Meinung sein, aber: Ist das nicht wahnsinnig destruktiv?

Nunja. Dazu kommt, dass ein Mittelwert über die Gefühlskurve dem Optimisten ein mehr als deutliches Plus beschert. Die gelegentlichen Einbrüche der Kurve beeinträchtigen das ansonsten durch und durch positive Ergebnis kaum. Da muss schon sehr schlimmes passieren, um den Durchschnitt nachhaltig zu drücken.

Optimisten wissen auch, dass sehr viel schief gehen kann, sehen aber Möglichkeiten in Ideen.

Pessimisten haben kaum ein Chance, Möglichkeiten zu erkennen oder gar zu nutzen weil sie sich in der unendlichen Zahl möglicher Gefahren verheddern.

Wären die Gebrüder Wright Pessimisten gewesen, hätten sie sich wohl nie in ein klappriges Holzflugzeug gesetzt. Der Traum wäre bereits in der Planungsphase ad Acta gelegt worden.

Wir wüssten sehr viel weniger in der Medizin ohne waghalsige Selbstversuche durch tausende von höchst optimistischen Arsen-Trinkern, Selbst-Infizierern usw.

Kaum eine Firma wäre gegründet worden und niemand (besonders kein Pessimist) hätte die Möglichkeit, es sich in der Hängematte der Festanstellung bequem zu machen.

Die Menschheit kann froh sein, dass es Optimisten gibt. Nur durch diese Menschen wurden bahnbrechende Erfindungen gemacht und die größten Erkenntnisse gewonnen.

Es ist also nicht die Frage, ob das Glas halb voll oder halb leer ist. Treffender ist die Frage: Ist dein Glas fast voll oder fast leer?

Ich genehmige mir einen großen Schluck – es wird ein guter Tag 🙂

bis bald 🙂

 

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