Amazon Kindle Hacks // Kostenloster Text-Editor in Europa ohne Active Content (Kindel 1, 2, Paperwhite)

Hallo,

nachdem ich mein neues Kindle Paperwhite in der Hand hielt und eine Weile darauf herumspielte, wurden bei mir schnell einige Bedürfnisse geweckt. Beispielsweise wollte ich nicht, dass jeder meinen Reader benutzen kann wie es beliebt. Ein Passwortschutz musste also her.

Unter Einstellungen -> Geräteoptionen -> Persönliche Einstellungen war das Gerätepasswort schnell gesetzt.

Als nächstes wollte ich sensible Dokumente schützen, die ich per USB auf das Gerät geladen hatte. Einen Passwortschutz für Dokumente sucht man jedoch vergeblich. Eine Möglichkeit ist, ein PDF zu verwenden und beim erstellen des Dokuments ein Passwort zu setzen.

Ich erzeugte ein PDF mit OpenOffice, setzte ein Passwort und kopierte es aufs Kindle. Ein Tipp auf das neue Buch und Hurra! Der Kindle PDF-Reader verlangt ein Passwort!

Auch wenn ich der Sache schon näher gekommen bin: dieser Weg ist umständlich bei eigenen Büchern. Für amazon’s ebooks musste ich mir etwas andere einfallen lassen.

Ich musste meine Suche auf höherer Ebene ansetzen. Eine Benutzerverwaltung gibt es. Sie heißt Kindle FreeTime und tarnt sich als Kindersicherung.

Man kann mehrere FreeTime-User anlegen aber für meine Zwecke sollte ein einziger genügen. Sobald ich jetzt außer Haus gehe, schalte ich FreeTime ein und man kann ohne entsprechendes Passwort nur lesen, was ich freigegeben habe. Für jeden User kann man eine eigene Bibliothek anlegen, also die Barbie-Stories für die Tochter, Comics für Sohnemann und Kochbücher für die Mutti. Die eine FreeTime-Bibliothek, die ich habe, dient mir dazu, die wunderbaren Eigenschaften des Readers anzupreisen und Dokumente vor ihren Blicken zu schützen wenn sie ihn mir aus der Hand rissen.

Ich habe ein Tablet! dachte ich mir dann auch gleich und wollte sofort tablet-artige Dinge damit tun, außer „nur“ zu lesen. Ich wollte aktiv werden!

Nach einiger Recherche fand ich heraus: In Europa kann man keine ActiveContent „Apps“ für Kindle kaufen. Also kein Editor, kein Kalender oder Taschenrechner. Kein Snake!

Ein kleiner Computer, auf dem man unterwegs keine Notizen schreiben kann? Sowas durfte es in meinem Universum nicht geben.

Die Suche nach Texteingabemöglichkeiten war kurz aber relativ erfolgreich. Die Notizfunktion erlaubt längere Texte. Doch ich wollte nicht irgend ein Buch mit zusammenhangslosen Notizen füllen und die dann noch auf Amazon teilen. Ich kopierte also eine Textdatei mit dem inhalt „Notizen“ auf das Kindle in den Ordner „documents“. Das eine Wort Inhalt musste rein, weil man Notizen nur für Textbereiche einfügen kann. Klingt ja auch irgendwie komisch, wenn man drüber nachdenkt, keinen Text zu kommentieren!

Ich zog das USB-Kabel ab und die Textdatei erschien wie erwartet als neuestes Buch im Haupt-Screen. ich öffnete es und ließ einen Finger auf dem Wort „Notizen“ verweilen. Im sich öffnenden Fenster tippte ich auf „Mehr“ und dann auf „Notiz“.

Tada! ich habe einen Passwortschutz, zwei Möglichkeiten, Dokumente zu schützen und einen einfachen aber praktikablen Notizblock-Texteditor!

Nico

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